Helfen kennt kein Höchstalter
Die Hochschule Luzern veröffentlicht eine Studie zum freiwilligen Engagement von Menschen über 80.
Die Zahl ist eindrücklich: Fast die Hälfte der Menschen über 80 engagiert sich freiwillig. Doch wann ist Schluss?
Eine neue Studie der Hochschule Luzern (HSLU) untersuchte, wie Menschen über 80 Jahre ihr freiwilliges Engagement erleben und welche Voraussetzungen dafür wichtig sind. Im Zentrum stehen Zugang, Motivation, Rahmenbedingungen und sogenannte «Kipppunkte».
Die Ergebnisse zeigen: Nicht das Alter entscheidet, sondern Gesundheit, Mobilität und die Art der Aufgabe. Für viele Befragte ist das freiwillige Engagement eine bedeutende Quelle von Sinn, sozialer Teilhabe, Identität und persönlicher Aktivität. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass es keinen allgemeinen Kipppunkt gibt, an dem Menschen als «zu alt» für Freiwilligenarbeit gelten. Dies ist sehr individuell ausgeprägt.
Wie Organisationen konkret mit dem Älterwerden ihrer Freiwilligen umgehen, ist ebenfalls unterschiedlich: «Grössere und professionellere Organisationen haben teilweise Standortgespräche und können regelmässig schauen, ob die Aufgabe noch passt. In kleinen Organisationen ist vieles informeller. Dort wird die Verantwortung oft auf die Person selbst übertragen», sagt Co-Studienleiter Prof. Dr. Mario Störkle.
Die Studie empfiehlt Organisationen und Vereinen, Beziehungen über das aktive Engagement hinaus aufrechtzuerhalten und beispielsweise Angebote für ehemalige Freiwillige zu schaffen. Ebenso können flexible Rollen dazu beitragen, dass Menschen ihr Engagement reduzieren oder verändern können, ohne ihre Zugehörigkeit zur Organisation zu verlieren.
Weitere Informationen zur Studie inkl. Reflexionshilfe für Organisationen und Freiwillige zum Download.